Die Freiheit des Alleine-Seins

Früher dachte ich immer, dass man nur glücklich sein kann, wenn man jemanden hat, mit dem man sein Glück teilen kann. Heute, ein paar Jahre später und Erfahrungen reicher, weiß ich es besser.

Während andere in ihrer Jugend schon ernste Beziehungen hatten, war ich immer diejenige, die Single war. Und das änderte sich auch im Laufe der Zeit nicht. Klar hatte ich hin und wieder auch mal Schmetterlinge im Bauch und auch mal die rosarote Brille auf, aber was wirklich Ernstes wurde daraus trotzdem nie. Früher noch todunglücklich über das Single-Sein, weiß ich heute, dass viele Dinge wohl nicht so gelaufen wären, hätte ich zu diesem Zeitpunkt nicht frei und ohne Rücksicht auf jemand anderen über meine Pläne und Träume entscheiden können.

Angefangen mit dem Umzug nach Wien fürs Studium, über mein Auslandspraktikum in Barcelona und schließlich die große Entscheidung, Österreich gleich mal für länger Tschüss zu sagen, um mir meinen großen Traum vom Masterstudium in Dänemark zu erfüllen. Gerade diese Momente waren es dann, die mir gezeigt haben, wie schön es sein kann, alleine zu sein. Keine Verpflichtungen, niemanden, auf den man bei Entscheidungen große Rücksicht nehmen musste und ganz viel Freiheit brachte nämlich das Single-Leben mit sich. Denn ob man es glaubt oder nicht: Alleine zu sein und das zu tun, worauf man Lust hat, kann nämlich auch ganz schön sein.

Trotzdem gibt es auch hin und wieder Zeiten, in denen ich, was das angeht, öfters mal wieder hin- und hergerissen bin. Während ich an manchen Tagen die Freiheit des Alleine-Seins sehr zu schätzen weiß, ist an anderen Tagen die Sehnsucht nach einer Beziehung doch wieder groß. Und während ich Tinder dann zum gefühlt 100. Mal nochmals eine Chance gebe, muss ich eine Woche später doch wieder feststellen, dass das doch nichts für mich ist.

Dennoch steht eines jedenfalls fest: Auch wenn es über die Jahre hinweg schon fast zur Gewohnheit wurde, alleine zu sein – zumindest beziehungstechnisch – so bin ich es dank eines wundervollen Freundeskreises trotzdem nie. Und obwohl dieser ganze Beziehungs-Kram manchmal schier hoffnungslos scheint, stirbt die Hoffnung dann doch zuletzt. Denn wie heißt es doch so schön „was nicht ist, kann noch werden“ und „Gut Ding braucht Weile“.

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